"Future Parc" auf der CeBIT 2009

In Halle 9 können Besucher Produkte und Lösungen erleben, die kurz vor ihrer Marktreife stehen oder noch auf ihre große Entdeckung warten: Wohnassistenten, die im Haushalt helfen, sollen schon bald Realität werden. Davon gehen zumindest die Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin aus. So wird ein voll vernetztes Appartement mit Wohnzimmer, Küche, Arbeitsplatz und Meetingraum aufgebaut. Vor allem für Senioren soll das Projekt Service Centric Home (SerCHo) viele Vorteile bieten. So könnte der Wunsch, im Alter länger in der gewohnten Umgebung zu verbleiben und nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, durch einen Umzug in eine vernetzte Wohnung wahr werden.

 

Das vom BMWi gerörderte Projekt SerCHo befasst sich mit der Entwicklung eines gesamtheitlichen Lösungsansatzes mit innovativen Plattformen und Diensten zur Erschließung von wirtschaftlichen Potenzialen im Zukunftsmarkt der Heimvernetzung. Der SerCHo-Ansatz besteht aus einer "Home Service Plattform", einer "Service Provider Plattform" sowie einem "Ambient Service Framework" mit Vorgehensmodellen und integrierenden Tools zur Unterstützung der Dienstentwicklung und des Dienstmanagements. Mit Hilfe des SerCHo-Frameworks lassen sich künftig Dienste realisieren, die sich überall nutzen lassen und den Benutzer effektiv und effizient unterstützen. Beispiele für solche Dienste sind vielfältig (Kommunikation, Unterhaltung, Information, Hausgerätesteuerung, Sicherheit, Gesundheit, etc.).

 

SerCHo erkennt die im Haushalt verfügbaren Endgeräte und stellt automatisch Vorschläge für nutzbare Dienstkombinationen mit vertrauten, intuitiven, ergonomischen Bedienoberflächen zur Verfügung. Verschiedene Geräte und Eingabemodalitäten können zur Interaktion intelligent kombiniert werden. Die Bewohner werden durch das optimierte Zusammenspiel der Anwendungen in die Lage versetzt, Dinge schneller, besser, sicherer, kostengünstiger bzw. einfacher zu erledigen.

 

Der modulare Aufbau und die vorgefertigten Basisfunktionalitäten ermöglichen eine schnelle Adaption des Dienstleistungsangebotes an persönliche/lokale/regionale/zeitliche Randbedingungen. Vorstellbar sind z. B. :

 

  • Freizeit-Assistent: Vom Dienstanbieter wird ein persönlicher Dialog für Freizeitplanung (Theater, Kino, Training, Urlaub, regionale Events nach Profileinstellung) initiiert.
  • Assistent zur kurzfristigen Freizeitplanung nach lokalen Wetterverhältnissen (Wintersport, Verkehrslage, Wasserqualität, Wind und Wetter, ...).
  • Fitness-Coach: Hometraining unter persönlicher Fern-Anleitung evtl. sogar mit Einbindung in eine Themengruppe via Internet und  Kamera, etc.
  • Lernassistent: Hausaufgabenunterstützung, dazu thematisch passende Begleitinformationen.
  • Support für lokale und regionale Projekt- und Eventdurchführung (Geburtstagsparty, Straßenfest, Flohmarkt, etc.). 

 

Bei der Inanspruchnahme der neuen Dienstwelt kann sich der Nutzer darauf verlassen, dass alle Informationen über seine Person und seine Präferenzen gegen unautorisierte Zugriffe abgesichert sind und nur die von ihm explizit freigegebenen Informationen weitergeleitet werden. Dies geschieht über integrierte Sicherheitsmechanismen, deren Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit vom Service Provider garantiert und ständig überprüft werden.

 

Seit Mai 2005 wird das Forschungsprojekt sukessive erweitert und die Ergebnisse, wie jetzt wieder auf der CeBIT 2009, der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben diesem Forschungsprojekt gibt es zahlreiche praktische Beispiele - oftmals als Smart Home bezeichnet -, die die Vorteile des vernetzten Wohnens bereits konkret am Objekt für den Nutzer darstellen. Durch das Engagement der Smart Home Inititative Deutschland und dem BVEW, wird Heimvernetzung für einen großen Nutzerkreis erschlossen. Vor allem geht es darum, praktische Erfahrungen mit vernetztem Wohnen zu ermöglichen, um Hemmschwellen gegenüber der Technik abzubauen und den Nutzern spielerisch den Zugang zu ebnen.